Noch ein aller letztes Mal

Mein Leben in Spanien

Noch ein aller letztes Mal

Die letzten Tage haben nun begonnen und ich weiß immer noch nicht ob ich mich freuen oder weinen soll… Es ist so unglaublich was alles passiert ist. So viele Orte und Menschen habe ich kennengelernt und habe sowohl Hoch – und Tiefpunkte durchlebt.

Mein aller letzter Arbeitstag verlief relativ unspektakulär. Zum Schluss gingen wir jedoch alle nach draußen und es gab ein leckeres Frühstücksbuffet. Anschließend wurden allen Lehrern und uns natürlich auch Dankes/ Abschiedsgeschenke überreicht. Ich bekam zwei sehr dicke Bücher und erkannte ,dass mir jedes Kind aus dem Kindergarten ein Bild gemalt hatte und die Eltern auch noch etwas dazugeschrieben hatten. Glücklich aber auch etwas traurig, da ich wusste, dass ich einige Kinder nie wieder sehen würde bedankte ich mich bei allen. Am selben Abend fand dann noch das jährliche Camping statt. Es hat Spaß gemacht mal wieder in einem Zelt zu schlafen. Außerdem kamen endlich mal mein Schlafsack und meine Luftmatratze zum Einsatz, die ich extra aus Deutschland mitgenommen hatte.

Wenige Tage später fand Sonntag die San Juan Nacht statt. Das ist der spanische Johannisfeiertag und die Sommersonnenwende wird mit viel Feuerwerk und Musik begrüßt. Besonders schön ist es dann nochmal wenn man am Strand mit Freunden gemeinsam feiert und das Feuerwerk bestaunt. Damit ihr es euch ungefähr vorstellen könnt: Es ist quasi das spanische Silvester, da an Silvester selber kaum geknallt wird und alle den Kirchturmglocken zuhören um die Weintrauben zu essen.

Am gleichen Tag feierten wir auch noch Annas Geburtstag. Zusammen mit Noemi, Israel und den Kindern fuhren wir morgens zum Strand und besichtigten anschließend noch ihr neues Haus.

Abends trafen wir uns noch mit Jana einer ehemaligen Freiwilligen und verbrachten so zusammen San Juan. Übrigens soll ein Bad im Meer in der Johannisnacht Glück bringen. Wir haben es auf jeden Fall trotz der Kälte getestet und uns getraut 🙂

Mit sehr wenig Schlaf ging es dann Montag früh für Anna und mich zum Flughafen. Es warteten nämlich insgesamt 4 Tage Madrid auf uns!! Sehr spontan hatten wir den Kurztrip eine Woche vorher gebucht und es hat sich definitiv gelohnt!! Obwohl es durchgehend 40° Grad heiß war, hatten wir sehr viel Spaß und haben natürlich auch den Königspalast besichtigt. Zwischendurch fuhren wir dann auch noch Ruderboot im Retiro Park und trafen uns in einer Cocktailbar mit der Freiwilligen aus Madrid. Viel zu schnell waren die Tage vorbei und es hieß für Anna und mich Abschied nehmen. Während es für sie zurück nach Barcelona ging, führte mich mein Weg mit der Bahn ins Baskenland- Nach San Sebastian. Dort würde ich dann auf meine Eltern treffen und mit ihnen zusammen 2 Tage in ihrer Ferienwohnung verbringen. In San Sebastian angekommen schaute ich mir erstmal bei tropischen Temperaturen die Stadt an. Außerdem erklomm ich anschließend noch einen Berg, von dem man eine fantastische Aussicht auf die Stadt hatte. Ein paar Stunden später holten mich meine Eltern dann auch schon ab und wir hatten ein paar schöne Tage zusammen.

Der Königspalast
Der Retiro-Park
Ruderboot fahren 🙂
San Sebastian
Panoramablick nachdem Aufstieg

Zurück ging es dann für mich via Bus. Das hieß 7h Busfahren über Nacht. Im Gegensatz zur Strecke Sevilla- Barcelona natürlich um einiges besser, auch wenn es natürlich angenehmeres gibt. Als ich dann morgens bei Sonnenaufgang im Park vor der Sagrada Familia saß überkamen mich so etwas wie Heimatsgefühle. Schon seltsam wie schnell man sich in einer Stadt zu Hause fühlen kann. Kaum zu glauben, aber Barcelona ist im Laufe des Jahres zu meiner Heimat geworden. Mit ihrer kunterbunten, vielfältigen Art wird mir der baldige Abschied doch etwas schwer fallen.

Guten Morgen Barcelona

Als nächstes folgte dann das 3-Wöchige Sommercamp. Das ganze Jahr hatte ich mich darauf gefreut! Nur 4 Stunden arbeiten, mit wenig Kindern und die ganze Zeit draußen. Leider stellte es sich in der ersten Woche als regelrechter Albtraum heraus. Nicht nur, das wir uns in den Ferien für organisatorische Dinge treffen mussten, wir bekamen die Launen der Lehrerin fürs Feriencamp deutlich zu spüren. Bereits am zweiten Tag kam es dann zur Eskalation die unsere Ansprechpartnerin auch mitbekam und weitere Gespräche folgten. Nachdem wir alle miteinander geredet hatten funktionierte es zwar besser, trotzdem waren die letzten Wochen ein einziger Spießrutenlauf und ich machte 3 Kreuze als es dann endlich vorbei war. Das war nur leider noch nicht das Ende vom Lied..

Eigentlich hätte es noch ein Abschlussgespräch mit unserer Ansprechpartnerin gegeben, welches sie uns auch mehrmals zugesichert hatte. 3 Tage nach dem Abschlussessen mit den Lehrerinnen erreichte uns jedoch eine Mail, in der sie schrieb , dass unser Abschlusszeugnis bereits seit einigen Tagen in der Schule läge und sie im Augenblick im Urlaub ist (Afrika). Wütend und auch etwas enttäuscht, dass es weder eine Verabschiedung noch ein konkretes letztes Gespräch gegeben hat holten wir unsere Zeugnisse ab.

Im großen und ganzen fiel das Zeugnis gut aus. Besonders ärgerlich war jedoch, dass mit keinem Wort meine Arbeit in der Grundschule erwähnt wurde, der ich mich mit viel Energie und Aufwand gewidmet hatte. Auch stand dort nichts über mein Tippie, welches ich selbst gebaut hatte und in dem die Kinder immer noch gerne spielen. Zum Schluss redeten wir dann noch mit einer anderen Ansprechperson, die für die Freiwilligen zuständig war und wir hoffen nun, dass sie weitere Dinge in die Wege leitet. Denn so wie wir das ganze Jahr herumgeschubst wurden und jetzt noch die Sache mit dem Abschied muss sich im nächsten Jahr unbedingt was verändern.

Zum Ende hin blicke ich jetzt auf das Jahr und sehe wieviel ich gemacht und getan habe. Dadurch bin ich wirklich sehr viel gewachsen und habe auch Unmengen an Dingen gelernt. Doch jetzt vor allem am Schluss schaue ich zurück und merke wie Schade ich es finde in so geringer Weise Dankbarkeit und Wertschätzung vor allem im Kollegenkreis zurück bekommen zu haben. Das mag für manche normal sein, aber wenn man nicht einen Cent für seine Arbeit bekommt fehlt es einem umso mehr.

Trotzdem möchte ich natürlich jedem zu einem Freiwilligen Dienst raten!! Ich würde es trotzdem wieder tun. So viele Erfahrungen die ich gemacht habe und so viele Menschen habe ich kennengelernte. Das ist für mich mehr wert als jeden einzelnen Cent.

Zum Schluss habe ich jetzt meinen wohlverdienten Urlaub! Und den genieße ich jetzt so richtig, vor allem da ich ihn nun mehr zu schätzen weiß.

So ging auch Annas und meine letzte Reise nach Valencia, die wir richtig genossen. Hier noch ein paar Urlaubsbilder…

Richtig leckeres mexikanisches Essen
Ganz schön futuristisch hier 🙂

Meine Tage hier sind nun gezählt und das Kofferpacken geht mal wieder los.. Danke, dass ihr mich bis hier hin begleitet habt! Meine regelmäßigen und unregelmäßigen 😉 Updates verfolgt habt. Danke für eure riesige Unterstützung!!! <3

Was zwischendurch so passierte…..

Freibad über Barcelona
Mehlschlacht im Dorf
…mit anschließender Wasserschlacht
Benefizkonzert der Schule
Abschiedsgeschenke in Produktion
Aquarium in Barcelona
Fertigstellung der letzten Nähprojekte
Spaß haben mit Lieblingsmenschen
Ein letztes mal noch übernachten…
Danke Anna für die schöne Zeit! :*

Das nächste und allerletzte Update werde ich dann aus Deutschland wieder hochladen. Da erfahrt ihr dann auch was ich nach diesem Jahr geplant habe und wie schwer/leicht der Abschied aus Spanien war.

Bis dahin und hasta luego

Eure Nina 🙂

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